Umzug: Was mit Strom- und Gasvertrag passiert – und was Sie festhalten sollten
Beim Umzug endet Ihr Vertrag nicht automatisch, er zieht aber auch nicht automatisch mit. Diese Seite erklärt die drei Wege, die Fristen und die zwei Zählerstände, die über Ihre Abrechnung entscheiden.
Umzug: Was mit Ihrem Strom- und Gasvertrag passiert
Ein Umzug ist einer der wenigen Momente, in denen Sie Ihren Energievertrag ohne Wartezeit neu ordnen können. Der wichtigste Punkt: Ihr Vertrag zieht nicht automatisch mit – und er endet auch nicht automatisch. Was passiert, hängt davon ab, was in Ihrem Vertrag steht und was Sie dem Versorger mitteilen.
Drei Wege beim Umzug
- Vertrag mitnehmen: Die meisten Versorger beliefern Sie an der neuen Adresse zu den bisherigen Bedingungen weiter, wenn die neue Adresse in ihrem Liefergebiet liegt. Die Preise können sich ändern, weil die Netzentgelte vom Netzgebiet abhängen.
- Sonderkündigungsrecht nutzen: Als Haushaltskunde dürfen Sie den Vertrag wegen des Umzugs außerordentlich mit einer Frist von sechs Wochen kündigen – zum Auszugstag oder zu einem späteren Termin; nennen Sie dabei Ihre neue Anschrift. Das Kündigungsrecht entfällt, wenn der Versorger Ihnen binnen zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung in Textform anbietet, Sie an der neuen Adresse zu den bisherigen Bedingungen weiter zu beliefern, und die Belieferung dort möglich ist (§ 41b Abs. 5 EnWG). Auch wenn Sie in eine Wohnung ziehen, in der bereits ein Vertrag läuft, endet Ihre Verpflichtung mit dem Auszug.
- Neu vergleichen: Ein Umzug ist der beste Zeitpunkt für einen Vergleich, weil Sie nicht an Kündigungsfristen gebunden sind und der Lieferbeginn frei gewählt werden kann.
Was Sie am Umzugstag festhalten sollten
Lesen Sie am Auszugstag den Zählerstand der alten Wohnung und am Einzugstag den der neuen Wohnung ab – mit Datum, Zählernummer und wenn möglich einem Foto. Diese beiden Zahlen entscheiden über die Schlussrechnung und über den Beginn der neuen Abrechnung. Ohne Ablesung schätzt der Netzbetreiber, und Schätzungen fallen selten zu Ihren Gunsten aus.
Die Fristen im Überblick
| Situation | Frist | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Sonderkündigung wegen Umzugs (Haushaltskunden) | 6 Wochen Kündigungsfrist; entfällt, wenn der Versorger binnen 2 Wochen die Weiterbelieferung zu den bisherigen Bedingungen anbietet | § 41b Abs. 5 EnWG |
| Strom oder Gas in der neuen Wohnung ohne eigenen Vertrag | Belieferung durch den Grundversorger ab der ersten Entnahme; die Entnahme ist ihm unverzüglich in Textform mitzuteilen | § 2 Abs. 2 StromGVV / GasGVV |
| Kündigung bzw. Meldung des Umzugs an den Versorger | so früh wie möglich; für die Sonderkündigung mindestens sechs Wochen vor dem gewünschten Vertragsende | § 41b Abs. 5 EnWG, Vertragsbedingungen |
Was wir beim Umzug für Sie übernehmen
Wenn Sie über uns wechseln, geben Sie im Auftrag das Einzugsdatum an; wir melden den Einzug beim neuen Versorger und der übernimmt die Anmeldung beim Netzbetreiber. Läuft bereits ein Vertrag über uns, genügt ein Anruf bei Ihrem Berater – er prüft, ob eine Mitnahme oder ein Neuabschluss günstiger ist.
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Begriffe aus diesem Beitrag im Glossar: Grundversorgung · Grundversorger · Kündigungsfrist · Sonderkündigungsrecht · Netzentgelt · Netzbetreiber · Jahresverbrauch · Preis im 1. Jahr · Datenstand
Quellen
- § 20a EnWG – Lieferantenwechsel
- Bundesnetzagentur – Verbraucherservice Energie
- Schlichtungsstelle Energie e. V.
Rechtsstand wie im Text angegeben; maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung.
Häufige Fragen
Ja, so früh wie möglich mit Auszugsdatum und Zählerstand. Sonst läuft der Vertrag an der alten Adresse weiter und Sie zahlen für einen Nachmieter mit.
Ja, als Haushaltskunde mit einer Frist von sechs Wochen. Das gilt nicht, wenn der Versorger Ihnen binnen zwei Wochen in Textform anbietet, Sie an der neuen Adresse zu den bisherigen Bedingungen weiter zu beliefern. Oft lohnt sich die Mitnahme ohnehin.
Sie werden vom Grundversorger beliefert (Ersatzversorgung, dann Grundversorgung). Das ist rechtlich in Ordnung, aber meist teurer als ein Vertrag mit Preisgarantie.
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